Distrikt Six (Zonnebloem) - Kapstadts Leerstelle mit Geschichte

Führt die Metropolenreise nach Kapstadt in den Distrikt Six, gegenwärtig auch Zonnebloem genannt, ist es kaum vorstellbar: Das befremdend große Brachland war einst ein pulsierender Teil der Mutterstadt. 60.000 Menschen jeden Couleurs gingen geschäftig ihren Tätigkeiten nach und gaben dem Distrikt Six einen einzigartigen Charakter. So bunt gemischt wie die Gemeinschaft zeigten sich die farbenfroh gestrichenen Häuser der zahlreichen farbigen Muslime, die in diesem Stadtteil lebten.

Der verlassene Distrikt Six, Foto: Derek Keats

Doch all dies ist vergangen und ein weltbekannter Teil der Geschichte von Cape Town: 1966 ging für viele das Leben im Distrikt Six zu Ende. Die Gesetze zur Apartheid verschärften sich und der Distrikt Six wurde zu einem ausschließlich von Weißen besiedelten Stadtteil erklärt. Die farbige Bevölkerung fand in den Townships ihr zugewiesenes Zuhause und die weißen Bewohner verblieben in einem mehr und mehr verwaisenden Distrikt Six. So holte später auch sie ein ähnliches Schicksal ein: Die weißen Bewohner wurden umgesiedelt und der District Six wurde dem Erdboden gleich. Und daran hat sich im heutigen Distrikt Six (Zonnebloem) nichts geändert, wenn von wenigen Bauten wie der Cape Peninsula University of Technology abgesehen wird.

Doch genau das macht den Distrikt Six sehenswürdig. Hier lässt sich die graue Geschichte Südafrikas zur Zeit der Apartheid hautnah erspüren. Den Ausflug in den Distrikt Six verbinden Sie am besten mit einer Stippvisite im Museum. In der ehemaligen Methodist Kirche wurden zahlreiche Erinnerungsstücke zusammengetragen und vermitteln einen Einruck von der lebendigen Zeit des heutigen Zonnebloem. Gewiss weckt diese Exkursion in die Vergangenheit das Interesse nach mehr Einsichten in die Geschichte des Distrikt Six. Diese lassen sich leicht einfangen, denn die außergewöhnliche Historie des Stadtteils inspirierte viele Künstler zu eindrucksvollen Werken. Beispiele dafür sind das Musical „Distrikt Six“ von David Kramer aus dem Jahre 1986 sowie das Buch „Dance with a poor Man’s daughter“ von Pamela Joose aus dem Jahre 1997.